Perücken

Die wichtigsten Kriterien um Perücken zu charakterisieren sind zum einen die verwendeten Materialien (sowohl Haare als auch Trägermaterial) und zum anderen die Verarbeitung und der Aufbau. Diese entscheiden im Endeffekt auch über den Preis der fertigen Perücke. Erfahren Sie mehr über die verschiedenen Haarqualitäten in der Rubrik "Haarqualitäten".

Basismaterialien

Das Grundgerüst einer Perücke ist die Basis oder Montur, also das Trägermaterial für das Zweithaar. Sie kann aus verschiedenen Materialien bestehen, die im Folgenden vorgestellt und erklärt werden.

Tresse

Haare werden maschinell bzw. halbmaschinell auf ein Band gestickt ("tressiert"), diese Tressen werden parallel zu einander auf einer Kopfform zusammengenäht. Dieses Verfahren ist sehr kostengünstig, da es maschinell durchgeführt werden kann, es hat jedoch auch seine Nachteile. Eine große Haarmenge ist mit den Tressen auf einen schmalen Streifen komprimiert, daher wird mehr Haar benötigt um ausreichend Volumen zu erzeugen. Die Perücken sind sehr schwer und wirken unnatürlich. Kunsthaar wird oftmals auf diese Weise verarbeitet. Die Preise für Tressenperücken beginnen bei "tragbaren" Modellen aus dem Supermarkt mit 20 € und reichen bis etwa 250 € Endverbraucherpreis beim Zweithaarspezialisten. Diese Grenze sollte eine Tressenperücke aus Kunsthaar nicht signifikant überschreiten, weitaus höhere Preise sind einfach nicht gerechtfertigt.

Monofilament (M-Mesh)

Monofilament ist eine feine Netzstruktur, in welche die Haare einzeln eingearbeitet sind. Es sind weniger Haare notwendig um ausreichendes Volumen zu erreichen. Das Durchscheinen der Kopfhaut wird ermöglicht und insgesamt bietet sich ein viel natürlicheres Bild. Die Herstellung ist komplizierter und zeitaufwändiger, was auch einen höheren Preis zur Folge hat.

Tüll (French Lace)

Bei Tüll, auch French Lace genannt, handelt es sich um ein sehr dünnes, transparentes Gewebe, in das die Haare einzeln in Handarbeit eingeknüpft sind. Die gleichmäßige Verteilung der Haare ermöglicht ein sehr natürliches Erscheinungsbild, bei gleichzeitig geringem Gewicht und hoher Atmungsaktivität. Handgeknüpftes French Lace ist meist sehr teuer, bietet jedoch große Vorteile bei Tragekomfort und Aussehen. Das Gewebe kann für eine ideale Anpassung an die Kopfform auch aus elastischen Materialien hergestellt werden.

Unterfütterungen

Um einen höheren Tragekomfort zu ermöglichen, besitzen einige Perücken eine Unterfütterung aus Kunstseide oder M-Mesh. Das Trägermaterial mit den Einknüpfungen der einzelnen Haare kann eine große Rauhigkeit ausweisen und so ein Jucken oder Kratzen der Kopfhaut verursachen. Unterfütterungen bilden eine Zwischenlage zwischen Kopfhaut und Trägermaterial um dies zu verhindern.

Besonderheiten

Neben den Grundmaterialien werden in kleinen Bereichen auch zahlreiche Materialien genutzt, um bestimmte Vorteile zu erzielen. Die wichtigsten sind hier aufgezählt.

Gummibänder hinter den Ohren oder am Nacken ermöglichen eine gute Anpassung an die Kopfform. Achten Sie auch darauf, dass bereits beim Erwerb eines Modells im Studio eine individuelle Anpassung vorgenommen wird. Der Nachteil von Gummibändern ist, dass sie schnell unangenehmes Drücken oder schmerzhafte Druckstellen verursachen können.

Drahtstäbchen an den Schläfen ermöglichen ein sehr gutes Anliegen in diesem Bereich sowie vor den Ohren, ohne dass Kleben notwendig ist. Unangenehmes Drücken kann auch hier als Nachteil vorkommen.

Rutschfeste Materialien ermöglichen sicheren Halt auch ohne Verkleben. Sie bestehen meist aus Silikon, jedoch können sie nicht verklebt werden.

Klebestellen an Stirnansatz, Schläfen und Nacken bestehen aus Materialien, die mit dem Kleber eine festere Bindung eingehen. Sie sind jedoch weniger atmungsaktiv als andere Bereiche.